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Durchblick im Spenden-Dschungel
Teilen und Schenken sind zentrale Themen.
Gutes tun möchten viele, aber wem?
  Beratung und Orientierung beim Spenden bietet das DZI in Berlin.

Jeder kennt ihn, den Stress der Vorweihnachtszeit. Einkaufsrummel, Sonderangebote, üppige Schaufensterdekorationen bestimmen das Bild. Doch meldet sich zum Fest der Liebe auch das soziale Gewissen. Radio- und Fernsehsender und zahlreiche Werbebriefe von Hilfsorganisationen rufen zur Wohltätigkeit auf. Mit Erfolg, denn die Deutschen spenden jedes Jahr circa fünf Milliarden Euro für gute Zwecke. Bleibt nur, wie vor dem Regal, die Qual der Wahl. Denn welche Organisationen arbeiten wirklich effektiv und seriös? Wo werden Spenden sinnvoll eingesetzt? Wie viel vom Geld kommt tatsächlich bei den Bedürftigen an?

Über 100 Jahre Erfahrungalt
Diese und andere Fragen beantwortet das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) mit Sitz in Berlin. Seit über 100 Jahren dokumentiert, analysiert und prüft dieses Institut die Aktivitäten von deutschen Hilfs- und Wohltätigkeitsorganisationen. Die Spenderberatung, die rund 1.000 Organisationen aus den Bereichen Soziales, Umwelt und Naturschutz dokumentiert, ist einzigartig in Deutschland. Allein im Jahr 2010 beantwortete das DZI 4.731 Einzelanfragen, mehr als die Hälfte davon in den Monaten November und Dezember. Meist sind es Privatpersonen, die wissen wollen, ob sie einer bestimmten Organisation vertrauen können, aber auch Fernsehsender wie ARD und ZDF, Zeitungen, Zeitschriften und Online-Medien stützen sich auf die unabhängige Beratung des DZI. Damit es keine Verwechslungen gibt, sind schriftliche Anfragen per Post oder per E-Mail am sinnvollsten. Immerhin zehn Mitarbeiter beschäftigt das DZI ausschließlich in der Spenderberatung.
 

 

Spenden mit Gütesiegel
Sicherheit für die Spender gibt das vom DZI verliehene Spenden-Siegel, das 1992 eingeführt wurde. Hilfsorganisationen, die dieses Gütesiegel tragen, wurden auf eigenen Antrag intensiv vom DZI überprüft. Ein Jahr lang dürfen sie mit dem Siegel werben, das sie dann neu beantragen müssen. Rund 70 Prozent aller Erstanträge sind erfolgreich. Das Vertrauen in das DZI Spenden-Siegel ist groß: ARD und ZDF veröffentlichen im Allgemeinen nur Spendenkonten von Organisationen, die das Siegel tragen. Auch das Auswärtige Amt und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung beziehen es in ihre Entscheidungen über die Vergabe öffentlicher Mittel ein. Finanziert wird die angesehene Siegel-Vergabe durch die Prüfgebühren der antragstellenden Organisationen.

 

Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI)
Stiftung bürgerlichen Rechts
Gründungsjahr  1893
Spenderberatung seit 1906
Sitz Bernadottestr. 94, 14195 Berlin
Website www.dzi.de
Vorsitzende Prof. Ingrid Stahmer
Geschäftsführer Burkhard Wilke

Rund 1.000 Organisationen untersucht das DZI regelmäßig;
aktuell besitzen 262 das DZI Spenden-Siegel
 

 

Wer erhält das DZI Spenden-Siegel?
Das Spenden-Siegel richtet sich an gemeinnützige Organisationen, die jährlich mindestens 25.000 Euro Geldspenden einnehmen. kleinere Vereine können in der Regel auch ohne eine solche Prüfung von ihren Spendern und Mitgliedern eingeschätzt werden. Das Spenden-Siegel berücksichtigt u.a. folgende Kriterien:
Funktionieren Leitung und Aufsicht?
Werden die Spendengelder wirksam und wirtschaftlich verwendet?
Wirbt die Organisation mit wahren, klaren und schlichen Botschaften?
Schockfotos, übertrieben emotionale Werbebriefe und drängende Werbegespräche an der Haustür und auf der Straße sind nicht erlaubt.

Die meisten Organisationen schätzen die Prüfung durch das DZI nicht nur wegen der Werbewirksamkeit des Siegels, sondern auch wegen der Verbesserungsvorschläge des DZI, die sich aus der Prüfung für ihre Arbeit ergeben.

Neue, klare Übersicht per Website
Wertvolle Informationen für den Spendenwilligen finden sich seit November auf der neu gestalteten Website des DZI (www.dzi.de). Alphabetisch sortiert oder durch Stichwortsuche findet man dort ausführliche Auskünfte zu Hunderten von Organisationen, die das DZI überprüft hat. Dies sind in der Mehrzahl Hilfswerke, zu denen die Spenderberatung des DZI häufig Anfragen aus der Öffentlichkeit erhält oder die selber durch intensive Werbung in Erscheinung treten. Die Website enthält wichtige Tipps für Spender sowie Informationen zum Spenden-Siegel. Unter der Rubrik „Das DZI rät ab“ wird vor unseriösen Spendenaufrufen gewarnt, und dort sind weitere negative Auskünfte des DZI zu einzelnen Organisationen abrufbar. Schon vor der Umstellung auf das neue Erscheinungsbild wurde die Website mit zuletzt rund 900.000 Zugriffen pro Jahr intensiv genutzt.
Soziale Verantwortung in Bürgerhand
Da im Zuge der Wirtschaftskrise viele Sozialleistungen gekürzt wurden, wird nun viel diskutiert, ob direktes Engagement nach amerikanischem Modell die bisherige Lenkung der sozialen Einrichtungen durch den Staat ablösen wird. Umso wichtiger ist eine unabhängige Kontrollinstanz, die die Mittelverwendung Spenden sammelnder Organisationen nach international anerkannten Standards überprüft.
Anne Meimeth (aus: Spendenmagazin 2011; Die DZI-Spendenbeilage)

 

Warum Verwaltungs- und Werbekosten bei Hilfsorganisationen nötig sind
Auch bei Spendenorganisationen ist eine gute Verwaltung wichtig. Bei sehr kleinen Einrichtungen kann dies oft noch ehrenamtlich erledigt werden, größere Vereinigungen benötigen zumindest in Teilbereichen bezahlte Unterstützung.

Ohne Werbung keine Spenden: Wer seine gemeinnützige Arbeit in der Öffentlichkeit nicht bekannt macht, erhält auch keine Mittel. Daher muss für den guten Zweck auch geworben werden.
Und das kostet Geld; ebenso übrigens auch die Transparenz, die die Öffentlichkeit zunehmend erwartet, etwa in Form von Projekt- und Jahresberichten. Ein Teil der Spenden fließt daher zwangsläufig in die Werbung und Öffentlichkeitsarbeit. Maximal 30 Prozent dürfen es inklusive der nötigen Verwaltungskosten nach den DZI-Richtlinien sein. Diese Obergrenze fällt so hoch aus, da manche langfristigen Projekte - anders als aktuelle Katastrophen - nur eine geringe mediale Wirkung haben und sich ihre Öffentlichkeit selbst erarbeiten müssen. Durchschnittlich geben Organisationen mit dem DZI Spenden-Siegel nur 14 Prozent für Werbung und Verwaltung aus.

Spenden wollen gut verwaltet werden: Damit die Spendengelder. dort ankommen, wo sie gebraucht werden, bedarf es einer ständigen Organisation und Kontrolle. Neben den eigentlichen Projektkosten vor Ort entstehen in der allgemeinen Verwaltung Kosten wie in jedem Unternehmen eben auch: etwa für Personalverwaltung und Buchführung, Spenderverwaltung, Rechnungswesen und Wirtschaftsprüfung.
 

 

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