Chronik vom 28.03.2007 PDF Drucken E-Mail

Zusammengestellt von Peter Nauhauser

(Vorarbeiten von Heinrich Haase, Elfriede und Walter Hastreiter, sowie Karin Nauhauser)

Wer eine Chronik der Kirche über den Zeitraum von 50 Jahren verfassen soll, kann das im überschaubaren Rahmen nur ausschnittsweise tun. Daher werden hier nur wichtige Daten aufgeführt, die mit dem Gebäude der Dreieinigkeitskirche zusammen hängen. Wichtige ergänzende Daten finden sich auch in den persönlich gehaltenen Artikeln dieser Festschrift.

Die Zeit vor dem Kirchenbau

Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges (1945) gab es in Rottenburg und Umgebung nur wenige evangelische Christen. Die Angaben schwanken zwischen 25 und 75 Personen. Meist waren es Beamte oder Angestellte aus Franken, die bei den Rottenburger Behörden, im Amtsgericht oder Landratsamt, tätig waren. Auch Pächter umliegender Höfe waren darunter.
Die Evangelischen wurden von Landshut aus betreut. Ungefähr alle vier Wochen fanden in Rottenburg evangelische Gottesdienste mit Religionsunterricht statt. Sie wurden im Sitzungssaal des Amtsgerichtes abgehalten. (Das Amtsgericht stand an dem Platz, wo heute die Sparkasse steht.) Beim Gottesdienst waren etwa 15 Personen anwesend. Ein Fußmarsch von sieben Kilometer (einfache Wegstrecke) war auch für Kinder damals nichts Außergewöhnliches.
Nach dem zweiten Weltkrieg änderte sich die Lage gewaltig. Zahlreiche evangelische Flüchtlingsfamilien fanden in Rottenburg und Umgebung eine neue Heimat. Die Anzahl der Evangelischen stieg direkt nach dem Krieg sprunghaft auf 2.800 Gemeindeglieder an. Später jedoch verringerte sich die Anzahl wieder.
Im Jahre 1949 wurde die Tochterkirchengemeinde Rottenburg an der Laaber gebildet und das Exponierte Vikariat Rottenburg an der Laaber errichtet. Exponierter Vikar wurde Pfarrer Daniel Hinkel. Die Gemeinde bestand etwa zu 96% aus Heimatvertriebenen, unter denen die Schlesier den größten Teil bildeten.
Seit 1945 wirkte in der Gemeinde für Hilfswerkaufgaben und für den Religionsunterricht an den auswärtigen Unterrichtsstationen Diakon Eitel Adalbert Schulz.
Evangelische Gottesdienste wurden vor allem in der katholischen Filialkirche in Gisseltshausen gehalten. Insgesamt waren es elf Predigtstationen: In Inkofen war es die Pfarrkirche, in Rohr die Abteikirche, in Wildenberg die Schlosskapelle, im Kloster Oberroning die Hauskapelle, in Koppenwall die Filialkirche, in Hohenthann die Schlosskapelle, in Pfeffenhausen die Friedhofskapelle, in Eberstall die Kapelle. In Schmatzhausen und in Laaberberg wurde ein Schulzimmer für die evangelischen Gottesdienste zur Verfügung gestellt. Ferner wurden Andachten in den Altenheimen Pattendorf und Wildenberg gehalten.
Am 1. Januar 1955 übernahm Herbert Meyer das Exponierte Vikariat. Seine Einführung durch Dekan Paul Krauß war am 10. Januar 1955.
Da kein eigenes Pfarrhaus vorhanden war, wohnte Pfarrer Meyer in einer Privatwohnung. In dieser Wohnung spielten sich natürlich auch die Amtsgeschäfte des Pfarrers ab. Da dies auf die Dauer nicht tragbar war und auch die Ansprüche an eine Wohnung stiegen, beschloss der Kirchenvorstand, eine eigene Kirche zu bauen und gleichzeitig eine Wohnung für die Pfarrer.

 

Der Kirchenbau

GrundstuckDer erste Antrag zum Bau einer Kirche wurde bereits am 13. August 1952 gestellt. 1953 kaufte die Kirchengemeinde einen Bauplatz auf der Jahnhöhe in der Martin-Heigl-Straße. Dort wollte man einen Betsaal mit einem integrierten Schulraum bauen. Der Bau eines Pfarrhauses war ebenso beabsichtigt.
Als die Vorplanungen 1956 abgeschlossen waren, stellte sich heraus, dass dieser Bauplatz auf der Jahnhöhe für ein Kirchengebäude nicht geeignet war. Der Kirchenvorstand sah sich dann nach einem neuen geeigneten Bauplatz um. Drei Plätze wurden in die engere Wahl genommen. Schließlich entschied man sich für den Bauplatz auf der Klitzinghöhe, in der jetzigen Klitzingstraße. Dieses Gebiet gehörte damals, obwohl es an die Bebauung von Rottenburg angrenzte, zur Gemeinde Pattendorf. Die Besitzerin war Therese Wiesmüller aus der Fliederstraße. Das Grundstück wurde zwar gekauft, aber der vorhandene Baumbestand (Walnuss- und Kirschbäume) nicht. Erst nach einer amtlichen Schätzung der Bäume konnte der ganze Kaufvertrag endgültig besiegelt werden. (Der letzte dieser alten Nussbäume hinter dem Pfarrhaus wurde im Januar 2007 vom Orkan „Kyrill“ halbiert, so dass er entfernt werden musste.) Das vorherige altGrundstück auf der Jahnhöhe wurde in der Zwischenzeit verpachtet und im Juli 1957 verkauft.
Nach dem Erwerb des Kirchenbaugrundstücks (1956) auf der Klitzinghöhe wurde im Mai 1957 mit dem Bau des Gebäudes begonnen. Der Name der Kirche „Dreieinigkeitskirche wurde am 3. Mai 1957 (vor Baubeginn) vom Kirchenvorstand beschlossen. Auf Weisung des Landeskirchenrates beauftragte die Kirchengemeinde Professor Werner Eichberg von der Technischen Hochschule in München mit dem Entwurf für den Bau einer Kirche, eines Gemeindesaals und einer Pfarrwohnung.
Als Statiker wurde Dipl.-Ing. Walter Christmann aus München verpflichtet. Das Stahlgerüst für den Glockenstuhl sollte für drei Glocken vorgesehen werden. Doch um Kosten bei der Statik zu sparen, wurde der Glockenstuhl zunächst nur für eine Glocke geplant. Später wurden dann aber doch zwei Glocken gekauft und aufgehängt. Die im Giebel befindlichen Glocken wollte Prof. Eichberg so einbauen, dass man sie von außen und von innen schwingen sieht.


altDie Bogenfenster über der Kanzel mit den darunter liegenden Glasbausteinen wollte der Architekt als Palme mit Wurzeln verstanden wissen.
Die örtliche Bauleitung wurde dem Architekten Hans Meyer aus München, Vater vom Ortspfarrer Herbert Meyer, übertragen.
Das Gebäude errichtete die örtliche Baufirma Hans Maier aus Gisseltshausen (jetzt HAMA)
1.

 

 

Bilder von oben nach unten:

Bauplatz auf der Klitzinghöhe

Rohbau der Pfarrwohnung im UG der Kirche

Kirchenrohbau

 

 

Grundsteinlegung am 21. Juli 1957

GrundsteinlegungKirchenchor bei der Grundsteinlegung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die feierliche Grundsteinlegung durch Dekan Paul Krauß, gemeinsam mit Pfarrer Herbert Meyer, war am 5. Sonntag nach Trinitatis. Die Grundsteinlegung sollte ursprünglich einen Sonntag früher stattfinden. Aber wegen der 700 Jahrfeier von Rottenburg am 14. Juli schlug Pfr. Meyer2 vor, den 21. Juli zu wählen.
Bei der Grundsteinlegung waren folgende evangelische Geistliche anwesend: Senior Schilberg, Pfr. Stekla (Vilsbiburg), Pfr. Pauli (Mainburg), Vikar Munzer (Freising) und Vikar Parche (Wörth). In seiner Begrüßung übermittelte Pfr. Meyer die Grüße des Kreisdekans OKR Wilhelm Koller, der leider verhindert war zu kommen. Dekan Strauß stellte seine Ansprache unter das Wort aus dem Matthäusevangelium, Kapitel 21, Vers 13a: „Mein Haus soll ein Bethaus sein“. Nach der Segenshandlung durch Dekan Krauß brachten die Ehrengäste Landrat Prof. Prechtl, Kooperator Lenhart, Prof. Eichberg, Bürgermeister Steinhauser, sowie Baupfleger Mrachacz, Bauleiter Meyer und Exponierter Vikar Meyer mit drei symbolischen Hammerschlägen ihre Segenswünsche dar.
Der Grundstein enthält eine verlötete Kupferrolle mit der nachfolgenden Urkunde, sowie die Festschrift zur 700 Jahrfeier der Stadt Rottenburg, eine Luftaufnahme des Marktes, eine Festausgabe des „Rottenburger Anzeiger“ und ein Sortiment kleiner Münzen, wie sie damals im Umlauf waren. In Gegenwart mehrerer Kirchenvorsteher wurde die Kupferkapsel verlötet und in den aus Kelheimer Marmor gehauenen Grundstein gestellt.

 

Auf Vorschlag von Pfr. Meyer und in Absprache mit Prof. Eichberg befindet sich der Grundstein unterhalb des Altars im Erdgeschoß an der Wand links neben dem Treppenaufgang zur Kirche. Eine Tafel trägt die Inschrift: (Bild vom Grundstein veröffentlichen; deutscher Text neben dem Bild)

 

Lateinisch:  deutsch:

LAPIS  Stein

PRIMARIUS  erster

DIE DOMINICO Tag des Herrn

QUINTO fünfter

P. TRINIT. Sonntag nach Trinitatis

ANNO DOMINI Im Jahr des Herrn

MDCCCCLVII 1957

 

 

Urkunde

 

Richtfest am 19. Oktober 1957

Nach der feierlichen Zeremonie bei der Kirche fand die Veranstaltung im „Landshuter Hof“ statt. Jeder Teilnehmer erhielt ein Mahlzeit, zwei Liter Bier und fünf Zigaretten. Die Kosten sollten pro Mann 5,-- DM nicht übersteigen. Der Kirchenvorstand jedoch ging leer aus. Er musste seine Zeche voll bezahlen.

 

Einweihung am 22. Dezember 1957

altNach einer Bauzeit von nur fünf Monaten wurde am 4. Adventsonntag im Beisein des Landesbischofs Dr. Dietzfelbinger die Dreieinigkeitskirche von Kreisdekan Wilhelm Koller aus Regensburg eingeweiht, der auch die Predigt hielt. Nach dem feierlichen Gottesdienst fand ein Gemeindenachmittag im Gasthof Eigenstetter statt.

Mit dem Bau der Kirche einschließlich Wohnung wollte man damals zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Man wollte eine eigene Kirche bauen und gleichzeitig für den Pfarrer eine Dienstwohnung schaffen. Es wurde ein eigenes Pfarrzentrum geschaffen und die Gottesdienste in der katholischen Kirche in Gisseltshausen (jeden 2. Sonntag) und der Religionsunterricht im „Landshuter Hof“ waren nicht mehr notwendig.
Das Gebäude wurde mit sehr knappen finanziellen Mitteln (150.000,-- DM) errichtet. Die gesamte Bevölkerung wurde zu Spenden aufgerufen.

 

 

 

 

Ehrengäste:
Landesbischof D. Hermann Dietzfelbinger DD, München
Dekan Paul Krauß, Landshut (späterer Schwiegervater von Bundespräsident Prof. Dr. Roman Herzog)

Abt Prälat Dr. Dominik Prokop, Kloster Rohr
Pfarrer Alois Steinberger, Katholische Kirche Rottenburg
Architekt Prof. Werner Eichberg, München

 

Glockenweihe am 19. Oktober 1958

altAm 12. Juni 1958 beschloss der Kirchenvorstand, zwei Glocken und eine Läutemaschine anzuschaffen.
Bei der Ankunft der beiden Glocken am Montag, den 13. Oktober in Rottenburg fand eine kleine Feier mit Pfarrer Meyer, dem Kirchenvorstand, den Lehrkräften und Kindern der evangelischen Volksschule, sowie der Blaskapelle Listl statt. Pfr. Meyer stellte seine Gedanken unter das Wort aus dem Buch 1. Samuel, Kapitel 7, Vers 12: „Bis hierher hat der HERR geholfen“.
Im Rottenburger Anzeiger steht dazu folgendes:
Großzügige Spenden ermöglichten, „bei der Gießerei aus Erding, Inhaber Karl Czudnochowsky, zwei Glocken in Auftrag zu geben, die am 1. Oktober in ihre Formen gegossen wurden.“ Die große Glocke mit einem Gewicht von 200 kg soll die Gemeinde zum Sonntagsgottesdienst rufen und heißt daher „Sonntagsglocke“. Sie trägt die Inschrift: „O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort!“ (vgl. Jeremia 22,29). Die kleine Glocke mit 120 kg ist die „Betglocke“. Sie trägt die Inschrift: „Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des Herrn!“ (vgl. Psalm 113,3). „Ihre Stimme soll die Gläubigen dreimal täglich zum Gebet ermahnen.“
altAm 14. Oktober 1958 wurde die elektrische Läutemaschine „Concordia“ der Firma Hörz aus Ulm installiert. In den darauf folgenden Tagen wurde die Innenseite zur Kirche mit einem Glockenkasten verschlossen, den die Firmen Rott, Maier und Steitz erstellten.
Am Kirchweihsonntag (19. Oktober 1958) wurden die beiden Kirchenglocken aus Kupfer-Zinn-Bronze mit den Tönen cis’’ und e’’ durch den Ortsgeistlichen, Pfarrer Herbert Meyer, in einer feierlichen Weihehandlung ihrer Bestimmung übergeben. Die Festpredigt stand unter dem Motto der beiden Glockeninschriften.

 

 

 

 

 

 

 

Ausstattung der Kirche

altIaltn den Anfängen der Kirchengemeinde wurde der Kirchengemeinde eine Taufschale mit Taufkanne geschenkt. In der Taufschale ist das Datum vom 10. November 1883 eingraviert. Sie trägt die Inschrift aus dem Markusevangelium, Kapitel 10, Vers 15: „Wer das Himmelreich nicht empfaehet als ein Kind wird nicht hineinkommen.“ Taufschale und Taufkanne wurden von der Firma C. W. Kurtz aus Stuttgart gefertigt. Die Taufkanne hat einen abnehmbaren Deckel mit Kreuz. Die Inschrift der5555 Taufkanne aus dem Markusevangelium, Kapitel5 10, Vers 14, lautet: „Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht.“
 

 

Noch während der Bauzeit, am 8. November 1957, beschloss der Kirchenvorstand, den Auftrag für den Altar, die Kanzel und den Taufstein an die Steinmetzfirma Weber in Rottenburg zu vergeben (Material Nero antico).
Zur Einweihung der Kirche hat der Landesbischof der Kirchengemeinde eine Altarbibel mit folgender Widmung geschenkt:

 

 

Die Gnade unseres Herrn
Jesu Christi und die Liebe
Gottes und die Gemeinschaft
des heiligen Geistes sei mit
euch allen!
Amen.

2. Kor. 13, 13

Zum Tag der Einweihung der
Dreieinigkeitskirche in Rottenburg/L.
am Sonntag, 4. Advent, dem 22. Dezember 1957
gewidmet.

 

altaltWeitere sakrale Gegenstände, Altarkreuz,

Altarleuchter und

Bibelpult,

wurden aus Schmiedeeisen von Dipl. - Ing. Herbert Altmann aus München (1960/61) angefertigt.

 

(Altarkreuz DM 5.000,--,

sechs Altarleuchter je DM 180,--,

Bibelpult aus Schmiedebronze

DM 250,--).

 

 

 

 

 

 

Die Orgel

altAm 6. November 1960 (Reformationsfest) wurde die einmanualige Orgel (Gehäuse aus Eiche massiv) mit sechs Registern (Subbass 16’, Gedackt 8’, Prinzipal 4’, Rohrflöte 4’, Nachthorn 2’, Mixtur 3f.1’), einer Pedalkoppel und 422 Orgelpfeifen von Dekan Paul Krauß eingeweiht. Er predigt über Römer, Kapitel 1, Vers 16ff. Die Orgel spielte der Bezirkskantor Bartos aus Landshut. Als Ehrengäste zum Gottesdienst waren Ekkehard Simon mit seiner Mutter und der Orgelbaumeister Julius Zwirner erschienen.
Die Orgel wurde gebaut von Ekkehard Simon aus Landshut, einem Mitarbeiter der Orgelbaufirma Julius Zwirner in München. (BILD einfügen). Sie ist das Meisterstück von Ekkehard Simon. Beim Bau der Orgel in München brachte ein Gehilfe zwei Finger in die Kreissäge, so dass sich die Lieferung der Orgel verzögerte. Bei der Orgelweihe versengte Dekan Paul Krauß seinen Chorrock an den Heizstäben der Kanzel. Die Versicherung übernahm den Haftpflichtschaden über DM 30,-.

 

 

 

 

 

Das Abendmahlsgeschirr

altAm 16. Februar 1962 wurde an die Verwaltung in Ansbach wegen einer Garnitur Abendmahlsgeschirr ein Antrag gestellt. Die Bezahlung sollte aus dem Inneneinrichtungsfonds übernommen werden, da noch Geld von der Anschaffung des Altarkreuzes übrig war.

   

Abendmahlsgeschirr aus Keramik 

 Bei Treffen des Kirchenvorstands im März 2011 wurde u.a. beschlossen, ein neues Abendmahlsgeschirr (ein Krug, zwei Kelche und zwei Hostienschalen) aus Keramik zu kaufen. Diese neuen Abendmahlsgeräte sollen speziell für das Abendmahl mit Traubensaft verwendet werden, z. B. beim Gottesdienst am Ostermorgen (Osternacht). In Osternacht 2011 wurde das Keramikgeschirr zum ersten Mal verwendet.

 

 

 

 

 

Wandteppich und Paramente

altDie Giebelwand hinter dem Altar war so hoch und leer, dass der Kirchenvorstand mit Pfr. Münderlein nach einer Abhilfe suchte. Prof. Hanns Herpich aus Nürnberg wurde gefunden, der nach einer Ortsbesichtigung Vorschläge machte, wie die Kahlheit der Wand aufgehoben werden könnte. Er riet zu einem Wandbehang mit seitlichen Flügeln. Ein Provisorium aus weißen Spanplatten in Form eines „Mantels“ wurde von Freiwilligen hergestellt und angebracht, um in etwa die Größe zu ermitteln, die notwendig war. Nach einigen Monaten der Begutachtung und Gewöhnung gab der Kirchenvorstand Hanns Herpich den Auftrag. Der Wandteppich wurde von ihm selbst angefertigt, ebenso die Paramente5 und der Bodenteppich vor dem Altar. Durch diese Maßnahme gewinnt das Aussehen der Kirche sehr. Der Raum hinter dem Altar ist nun zum Blickfang geworden. Das schmiedeeiserne Kreuz rückt stärker in den Vordergrund.
Zur Einweihung des Wandteppichs im Dezember 1986 schrieb der Rottenburger Anzeiger: „In ihm sieht man sowohl die Kirche als auch eine große Sonne, die durch das Altarkreuz geteilt ist. Der Teppich ist so angebracht, dass er seitlich gefaltet ist und so gleichsam wie ein Mantel wirkt, der alles umhüllt. Pfarrer Münderlein betonte, dass der Teppich Glanz und Wärme in die Kirche bringt. Bürgermeister Rauchenecker sprach nach dem Gottesdienst ein kurzes Grußwort und erwähnte dabei die finanzielle Unterstützung der Stadt an diesem Teppich.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1 Folgende Firmen waren ebenfalls beteiligt: Rosenbauer aus München: Heizungsanlage; Grimm aus Rottenburg: Be- und Entwässerungsanlage, Sanitäranlage und Blitzschutz; Wittmann aus Rottenburg: Elektrik in der Pfarrwohnung; Maier aus Gisseltshausen: Rollwand, Riegelwand und Fenster; Staunert aus Ettenkofen: Außentür und Kirchentüren; Janker aus Hohenthann: Innentüren; Höfel aus Rottenburg: Elektrik in der Kirche und Elektroinstallation; Rott aus Gisseltshausen: Schmiedearbeiten der Kirchenbänke; Rassiller aus Gisseltshausen: Schreinerarbeiten der Kirchenbänke; Weber aus Rottenburg: Kanzel, Altar und Taufstein; Firma Halder: Asphaltierung der Pfarrwohnung;
2 Brief vom 27. Mai 1957 an Dekan Krauß
3 Dekan Paul Krauß ist der Schwiegervater des späteren Bundespräsidenten Roman Herzog.
4 Im Jahr 2006 mussten beide Klöppel der Glocken wegen Verschleißerscheinungen erneuert werden.
5 Die ursprünglichen Paramente wurden 1957/58 von Herbert Münch aus Mainburg/Nb. angefertigt.

 

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